Rauchen zur Karnevalszeit – Mit dem Rauchen aufhören?

KarnevalsstimmungDer Herbst ist bereits angekommen und das sagenhafte Datum des 11. Novembers lässt auch nicht mehr lange auf sich warten. Keine Frage – die vergnügliche „fünfte Jahreszeit„, wie sie im Volksmund auch genannt wird, steht kurz vor ihrer Ankunft. Dann wird es bunt bis Mitte Februar, die Jecken und Narren regieren dann in Karneval-Shows, Gildezusammenkünften und traditionellen Umzügen.

Das wird begleitet von vielen Karnevalssitzungen und Anlässen zum Anstoßen mit dem einen oder anderen Bierchen oder Glas Sekt. Da sich natürlich auch Raucher unter den Karnevalsbegeisterten befinden, gibt es sicherlich ein paar offene Fragen zum Thema Rauchen während des Karnevals. Darf während der Umzüge auf der Straße geraucht werden? Wie verhält es sich mit dem Rauchverbot, das seit einigen Jahren in weiten Teilen Deutschlands gilt? 

Das Rauchverbot in Deutschland

Verbot - Rauchen aufhören

Nichtraucherschutzgesetzt seit 2007

In Deutschland wurde vor einigen Jahren – 2007 – ein umfassendes Nichtraucherschutzgesetz eingeführt, dass im öffentlichen Raum von den Folgen des Passivrauchens schützen sollte. Das Ergebnis: Das Qualmen ist in allen 16 Bundesländern in öffentlichen Einrichtungen und öffentlichen Verkehrsmitteln strikt verboten, hier gibt es keine Ausnahmen. 

In Bayern, Nordrhein-Westfalen, dem Saarland kommen Rauchverbote für Lokale, Restaurants und Co dazu. In den restlichen Bundesländern wird das Verbot des Rauches teilweise großzügiger gehandhabt, z. B. dürfen kleine Gaststätten oder Cafés das Rauchen im Raum erlauben. 

Gibt es Ausnahmen vom Rauchverbot während des Karnevals?

NRV - Lockerung des Gesetzes

NRW Lockerung des Gesetztes zur Karnevalszeit

Die närrische Zeit setzt so einige Regeln außer Kraft, das gilt nicht nur an Altweiberfasching oder an den traditionellen Stürmen auf das Rathaus. In einigen Bundesländern wird das Rauchverbot an Fasching gelockert, das trifft zum Beispiel auf Nordrhein-Westfalen zu. Dort wird zwischen Weiberfassnacht und Karnevalsdienstag das Verbot gelockert: In Kneipen und Sälen dürfen die Inhaber bzw. Wirte selbst über die Striktheit des Qualm-Verbots entscheiden.

Möglich wird das dadurch, dass die genaue Ausgestaltung des Nichtraucherschutzgesetzes eher Ländersache ist. Einige haben im Rahmen dieser Regelung ihren regionalen Brauchtumsfesten eine Ausnahmeposition verschafft, was begrenzte Ausnahmen vor allem in der Faschings-Hochburg NRW erlaubt. 

Rauchen auf offener Straße – erlaubt oder verboten?

Sofern es sich bei der Straße nicht um einen Teil einer öffentlichen Einrichtung handelt, ist das Rauchen im Freien erlaubt. Das heißt, dass jeder sich dort eine Zigarette anzünden darf, ohne ein Bußgeld befürchten zu müssen. Dazu kommt: Zeitlich begrenzte Rauchverbote für einige Gebiete in der Innenstadt sind nur sehr schwer zu kontrollieren, bei den Menschenmassen während des Karnevals wäre eine solche Aufsicht nicht ohne großen Aufwand zu bewerkstelligen.

Glut Zigarette

Raucher müsste für Schaden aufkommen, wenn Kleidung beschädigt wird

Trotzdem ist man als Raucher zu Rücksicht verpflichtet: Droht eine körperliche Verletzung durch Glut oder die Beschädigung der Kleidung von Umstehenden – etwa, weil das Gedränge doch zu groß ist – müssen Raucher entsprechende Umsicht walten lassen. Würde die Glut oder eine aus Versehen fallengelassene Zigarette einen Mantel beschädigen, müsste der Raucher als Verursacher für die Reinigung oder den Ersatz aufkommen. 

Auch wenn das Rauchen an Karneval sogar bedingt erlaubt ist, ist es für die eigene Gesundheit und das körperliche Wohl trotzdem diese Option mehr als ratsam: Mit dem Rauchen vollständig aufzuhören. 

Mit dem Rauchen aufhören – warum ist das wichtig?

Die Stoffe, die in Zigaretten, Zigarren, Tabak und Co enthalten sind, wirken stark schädigend auf die Gesundheit ist. Dabei handelt es sich nicht nur um wenige Elemente in geringer Konzentration, sondern um ein ganzes Sammelsurium an potenziell tödlichen Stoffen. Besonders beim Anzünden mit dem Feuer wird ihre schädliche Wirkung durch die Verbrennung noch verstärkt. Die giftigsten Inhaltsstoffe im Tabak sind: 

  • Ammoniak (schädigt die Zellen des ganzen Körpers, wie z. B. an den Organen, der Haut, etc.) 
  • Teer (verklebt die feinen Flimmerhärchen der Lunge und führt zum typischen Raucherhusten und starker Schleimbildung) 
  • Kohlenmonoxid (verschlechtert die Durchblutung und den Transport von Sauerstoff) 
  • Nikotin (färbt Zähne und Nägel gelb, macht langfristig süchtig und kann zu Entzugserscheinungen führen) 
  • Acetaldehyd und Formaldehyd (sie sind stark krebserregend und entstehen durch die Verbrennungsprozesse, wenn der Tabak angezündet wird) 

Wie kann man mit dem Rauchen aufhören?

Zugegeben – mit dem Rauchen aufhören ist nicht einfach und erfordert ein hohes Maß an Disziplin, Durchhaltevermögen und Willenskraft. Besonders in einem sozialen Umfeld mit vielen Rauchern (Arbeit, Freunde, Sportverein, etc.) können Rückfälle leicht passieren, trotzdem ist es überaus wichtig, im Interesse der eigenen Gesundheit mit dem Qualmen aufzuhören. Folgende Maßnahmen haben sich beim Rauchen aufhören bewährt: 

Nikotinpflaster oder Nikotinkaugummis 

Diese Hilfsmittel aus der Apotheke oder der Drogerie enthalten ein bestimmtes Maß an Nikotin, dem Stoff im Tabak, der süchtig macht und der das Aufhören so schwer macht. Die Kaugummis bzw. Pflaster enthalten allerdings keine Giftstoffe wie Teer oder Kohlenmonoxid, deswegen sind die Nikotin-Produkte gut geeignet, wenn man mit dem Rauchen aufhören möchte 

Langsame Abgewöhnung 

Der „kalte Entzug“ kann auf viele Raucher abschreckend wirken, für manche ist es in der Tat besser, langsam die Anzahl der Zigaretten herunterzuschrauben und schrittweise aufzuhören. Ein Beispiel wäre, die gerauchten Zigaretten jede Woche um ein Drittel pro Tag zu reduzieren. Nach drei Wochen wären dann der endgültige Stopp gekommen, der Körper ist jetzt nicht mehr an eine allzu hohe Zufuhr an Nikotin und Co gewöhnt 

Experimentelle Raucherentwöhnung mit Hilfe von Hypnose 

Die Methode gehört zweifellos zu den innovativsten und spannendsten Hilfsmitteln, um mit dem Rauchen aufzuhören. Für Personen, die für Suggestion empfänglich sind, kann das eine gute Option sein. Mit genug Glauben an die Wirksamkeit der Hypnose kann der innere Schweinehund überwunden werden, der einen regelmäßig zu einem Rückfall verleiten möchte. 

Mit dem Rauchen aufhören – das Fazit

Auf lange Sicht zählt nicht wie, sondern nur dass man mit dem Rauchen aufhören konnte. Ob man nun mit Hilfe von Hypnose, Nicorette-Sprays, Yoga, Meditation oder einer Selbsthilfegruppe dorthin findet, muss jede Person für sich selbst herausfinden. Der Weg mag zwar beschwerlich sein, lohnt sich jedoch für das ganze Leben, das ohne Qualm und Rauch deutlich länger und gesünder sein wird.